Pendel und Lote 2009

Protektionsinstallation

Einstellungsraum e.V., Hamburg

Großes Pendel: Filz, Motor, Metall-undHolzkonstruktion, ca. 310 x 110 x 20 cm
Bewegte Lote: Filz, Garn, Ventilator, variable Größen
dop: Plastikbecherchen, schwarzer Schnaps
100 Trillerpfeifen

Die Kunst des Denkens, Handelns und Gestaltens von Llaura besteht in der Fähigkeit sowohl sinnliche, als auch poetische, satirische, humorvolle und dennoch melancholische bis todernste Objekte, Skulpturen und Installationen zu erfinden und zu realisieren. Dabei werden in einem Wahrnehmungsakt zwischen sprachlicher und sinnlicher Erkenntnis innerhalb einer Dialektik von Begriff und Material, Wort und Bild die Materialien, Begriffsaneignungen und daraus entstehenden Vereinigungen, zu einer synthetischen Vorstellung umgeschmolzen: Alchemismus. Gegen den genormten Sinn werden das Weiche gegen das Harte, das Labile gegen das Stabile umgedreht und verquert. Im reflektierten Sein, bringt die Künstlerin damit philosophisch sowohl das Thema der gescheiterten Utopien, als auch die Frage nach Sinn, Zweck und Wesenskern einer Sache, eines “empfindenden Dings” (S. Tretjakov), zu Sprache und visueller Gestalt. In diesem gestalterischen ein- und ausschwingen… brennt stetig die schwer auszuhaltende Flamme der Tragikkomödie.
…Das hier ausschlagende und ausschlegelnde Pendel ist also auch ganz wörtlich genommen ein in ornamentaler Verzierung erscheinendes Ur-Schlagwerkzeug, das uns Schutz gegen den verordneten Wahnsinn anbietet.
Im Keller der Galerie kegeln und doppelkegeln und kreiseln die kleinen, mittleren und großen Individuen als Kegel und Doppel-Kegel kollisions- und destruktionsfrei nur um sich selbst, solange kein Windhauch ihre Bewegungen überschneiden lässt. Im Ideal existiert hier der gute Verkehr… In der Realität wird diese Konstellation schneller als geahnt zu einem schlechten Verkehr.
Rausgeworfen aus dem vermeintlich schützendem Garten der Natur bleibt nur noch schwarzer, surrealer Humor und pataphysisches Bewusstsein quer zu allen Erwartungen und Regeln übrig…
(Auszug aus der Rede von Gunnar F. Gerlach)

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