Imitations-Werkstatt 2012

Anaboz – woran man schlägt
Düne der alternierend wohlklingenden Inhalte
Falls der Ton so still

Nähert sich der Betrachter den in weichem Filz gearbeiteten Objekten und Werken der
Künstlerin Llaura I. Sünner, so müßte er in mehrfacher Weise irritiert sein, denn alle in die raumbezogenen Installationen eingearbeiteten Dinge, Geräte, Apparate und Instrumente erscheinen merkwürdig bekannt und unbekannt zugleich: die eigene Wahrnehmung und Erinnerung läßt zunächst die Ge-Bilde in einem funktionalisierten Anwendungs-Kontext als Geräte und Instrumente zur Bearbeitung von sichtbarer Materie erscheinen. Im nächsten Schritt der Wahrnehmung, bei der genaueren Begutachtung, gerät die Wahrnehmung einer physischen und physikalischen Realität ins Schwanken und Wanken, denn die Dinge selbst scheinen nicht mehr zu sein, was sie vorgegeben haben und erscheinen transformiert in eine psychische und unsichtbare Realität, die parallel zur physikalischen erscheint. Damit öffnet sich eine erweiterte Erkenntnis über die Tatsachenesoterik der scheinbar objektiv gegebenen Realität. Nicht nur, das Zeichen, Bezeichnetes und Bezeichnendes auseinanderfallen (der Begriff der Imitation ist aus der Musik entlehnt und bezieht sich insofern nicht auf eine Form des Abbilds der – scheinbaren – Wirklichkeit), sondern auch die Dinge selbst verweisen auf eine subjektive Sinnlichkeit und Geschichtlichkeit.
(Gunnar F. Gerlach / Textauszug)

Zur Ausstellung erschien ein Katalog im hyperzine Verlag

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