Daimlers Zeichen 2004

Im Foyer des Denkens

zur Ausstellung DaimlerKreis, Einstellungsraum e.V., Hamburg

Silberelemente, Edelsteine, Angelschnur, Wasser, Infusionstropf, Akustik

…Im oberirdischen Labor sehen wir eine Installation von Llaura Sünner, die sich vom Gedankenfluß in Daimlers Tagebüchern inspirieren ließ. Sie schuf eine plastische augenfällige stoffliche Umsetzung dessen, was dieser im Geiste konzipierte. 41 Silberobjekte perlen an einem Faden herab. Gedanken verdichten sich, werden körperlich und zu Silberobjekten geformt. Sie verleiht ihnen durch diese edle Verarbeitung eine kostbare Gestalt, sie versilbert, veredelt, nobiliert die Ideen des Erfinders.
Es besitzt aber gerade auch zudem eine gute Leitfähigkeit. Die Künstlerin paart diesen Gedankenfluß mit dem Element Wasser, dem existentiellen, elementaren Urgrund des Lebens. Wasser hat keine feste Gestalt, ist formlos, es formt aber. Ähnlich einem Strom fließen die Gedanken beständig hin und her, manche Gedanken kommen an, die Tropfen werden hörbar – im Keller werden sie in einem Behälter aufgefangen, dieses Aufprallen akustisch verstärkt. Mancher Gedanke aber wird zur wilden Idee, bleibt nicht in der Stromlinie, sondern vollführt Sprünge, erreicht nicht sein Ziel am Ende des Flusses.
(Auszug aus der Rede von Sigrid Puntigam)

Seite 2