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  • Schott 2005

    zur Hafensafari 3, Hamburg-Harburger Hafen

    ca. 300 x 240 x 30 cm

    Eine Lücke in der Spundwand im Harburger Hafengebiet öffnet den Blick auf das Panorama der Süderelbe. Die weite Sicht ist überraschend und so nimmt der Spaziergänger kaum wahr, daß er eine massive Hochwasserschutzanlage passiert. Bei Sturmflut ist diese Wand lebenswichtig: Ein schweres Stahlschott schließt dann die Lücke.
    Llaura Sünner hat diesem Schott ein Spiegelbild gebaut. Das Filzschott hängt – im Gegensatz zum Original – auf der Innenseite der Spundwand. Es simuliert die Sicherheit, die wir gewohnheitsmäßig als gegeben erachten und ist doch nur eine absurde Kopie. Das weiche Material wird nass, trocknet und verzieht sich. Auch die Maßstabstreue des Filzschotts, mit allen Details wie Schraubenköpfen und Schließhebeln versehen, ändert daran nichts. Dieses Schott lässt sich nicht schließen. Vielmehr schärft es gerade durch seine Unauffälligkeit den Blick für andere vermeintliche Selbstverständlichkeiten.

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